Dienstag, 18. April 2017

Ich näh mir ein Dirndl - Teil 1

Ja, ihr habt richtig gelesen und ich habe es ja auch schon das ein oder andere Mal angedeutet: ich nähe mir ein Dirndl.
Als ich Ende des vergangenen Jahres über eben dieses nachdachte, welchen Weg ich währenddessen gegangen war, was ich alles genäht und auch sonst gemacht hatte, was ich vielleicht vorgehabt aber warum auch immer nicht umgesetzt hatte, da stellte ich fest, dass ich jede Menge Kleidung genäht habe. Wenn man gern näht, Ideen und Inspirationen umsetzen möchte und dann vielleicht auch noch einige Probenähen und Designbeispielnähereien dazu kommen, summiert sich die Anzahl der genähten Teile recht schnell. Und so gern ich schnelle und einfache Projekte schätze, so gern mag ich - mittlerweile - auch die größeren, herausfordernden Schnitte, die mal nicht eben so an einem halben Abend fertig werden. Die, bei denen ich vielleicht sogar erst mal länger über geeignete Stoffe grübeln muss; die, für die ich mir vielleicht sogar erst mal neue Techniken aneignen muss; die, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so mein Ding sind. Und so nahm ich mir vor, einige solcher Projekte im neuen Jahr 2017 anzugehen. 

Das erste davon soll jetzt also ein Dirndl werden. Das fällt nämlich in alle drei Kategorien, die ich oben aufgelistet habe: ich habe über passende Stoffe nachgedacht und tatsächlich mehrere Wochen verglichen und Stoffproben bestellt, bis ich mich entschieden habe; eine neue Technik habe ich mir angeeignet: das Sticken; und ob ein Dirndl jetzt mein Ding ist, weiß ich bis heute noch nicht so ganz. Ich glaube, ich habe mein ganzes Leben lang noch keins getragen. Also auf jeden Fall kein richtiges. Es gibt für mich auch einfach keine Gelegenheiten, bei denen ich zwingend eines tragen müsste. Aber dann dachte ich mir, dass es doch irgendwie nice-to-have wäre. Zur Not würde es halt die meiste Zeit im Schrank hängen. Aber wenn dann eines Tages eine Gelegenheit käme, hätte ich eins. 
Dazu kommt ja noch der - für mich - allergrößte Vorteil des Selbermachens: man kann sich die Klamotte so gestalten, wie es einem gefällt. Denn um ehrlich zu sein, sind die Dirndl, die es in einer für mich erschwinglichen Preiskategorie zu kaufen gibt, meist alles andere als mein Geschmack. Zumal man ihnen dann auch oft eben jene Preiskategorie ansieht. 

Da also das Dirndl-Nähen ein größeres Vorhaben ist, dachte ich mir, dass ich damit hier eine kleine Reihe starte. Ob ich euch wirklich ganz regelmäßig auf dem Laufenden halten kann, weiß ich noch nicht. Aber die wichtigsten Zwischenschritte zeige ich euch hier. Bei Instagram gibt es auf jeden Fall immer mal wieder kleine Einblicke, ich würde mich also sehr freuen, wenn ihr dort reinschaut.
Der aktuelle Stand ist der, dass ich mich zuerst für einen Schnitt und dann für die Stoffe entschieden habe. Als Schnitt habe ich Anna von Mondbresal ausgesucht. Die Stoffe sind Chambray, Velours und Partysatin (für die Schürze) von Stoff und Stil. Ich möchte gern das Kleid aus dem Chambray zuschneiden, dabei das Mittelteil des Mieders aus Velours. Dies habe ich ja bereits zugeschnitten und bestickt. Einige Bänder (Posamentenborten von www.stoffe.de) habe ich auch schon. Ich überlege, ob ich sie noch um den Ausschnitt herum annähe oder vielleicht auch an den Saum des Rockteils, aber das werde ich entscheiden, während ich das Mieder nähe.
Das Mieder per Hand zu besticken war nicht mein ursprünglicher Plan. Allerdings fand ich keine Stickdateien, die mich überzeugt hätten. Und nachdem ich mit meiner Recherche überhaupt nicht weiterkam, las ich mich ein bisschen in das Thema Handstickerei ein. Wobei "Einlesen" fast schon übertrieben ist, da es im wesentlichen dieser Artikel war und ich mir die restliche Inspiration bei Instagram holte (empfehlen kann ich hier: @hoffeltandhooperco @namaste_embroidery @happycactusdesigns). Als ich dann noch entdeckte, dass es bei Hoffelt and Hooper nicht nur fertig bestickte Rahmen, sondern auch DiY-Kits und sogar Vorlagen zum Download gibt, war meine Entscheidung getroffen. Ich besorgte mir einen Rahmen und Garn und legte los. Die ersten Testversuche waren die Boho-Kleider meiner Töchter, die ich euch neulich gezeigt habe und nachdem die ja ganz gut gelungen waren, ging es auch schon los. Ich übertrug mir die Vorlage von Hoffelt and Hooper auf das Vlies, spannte den Rahmen ein und fing einfach an. Und es funktionierte. Nachdem ich die erste Blume fertig hatte, war ich selbst überrascht, wie leicht es war und so machte ich einfach weiter. Die Vorlage habe ich mir in drei verschiedenen Größen ausgedruckt und immer in einer anderen Position auf den Stoff aufgebracht. Bei Insta habe ich immer wieder Einblick gezeigt und gemerkt, wie interessant das Sticken für viele ist. Unter dem #jetztsticktsieauchnoch könnt ihr die bisherigen Posts dazu finden und auch die weiteren, denn ich trage mich gerade noch mit dem Gedanken, auch noch einen Janker zum Dirndl zu nähen und diesen dann zu besticken. Aber mal schauen. Erst einmal will ich jetzt das Kleid machen.
Accessoires habe ich jedenfalls auch schon mal. Als ich so ein bisschen am Stöbern war, habe ich bei Dawanda einen Shop entdeckt, bei dem es ganz zauberhafte Accessoires im Trachtenlook gibt. Nach einer kurzen Anfrage hat mir Barbara, die Inhaberin, sogar die Sachen in passenden Farben extra angefertigt und mir ganz fix geschickt. Ich bin ja ziemlich verknallt vor allem in die Haarklammern und überlege schon krampfhaft, welche dirndltaugliche Frisur ich mir bastele, so dass die Klammern gut zur Geltung kommen. Dazu will ich mir auch noch einen Haarkamm machen. Ein paar Utensilien dafür habe ich mir auch schon besorgt, aber die zeige ich euch dann beim nächsten Mal, wenn ich mich entschieden habe, wie ich ihn gestalte.

So, Stand der Dirndl-Dinge:
- Schnitt und Stoffe gewählt
- Mieder bestickt 

Nächster Schritt: 
- Zuschnitt und erste Nähte

Ich plane, im Laufe der Woche mit dem Mieder anzufangen. Das möchte ich gern als erstes machen. Dafür mus ich nämlich direkt gleich noch etwas tun, das ich noch nie gemacht habe: selber Paspeln machen. Ich möchte nämlich eine Paspel aus dem Satin für die Schürze an den Ausschnitt nähen. Ich hoffe, das klappt alles und werde auf jeden Fall berichten.
Ach ja, viele meiner Fundstücke und Inspirationsquellen habe ich bei Pinterest aufgetan und dort auf meiner Dirndl-Pinnwand gesammelt. Schaut doch mal vorbei.

Macht's gut,
Catharina

Verlinkt bei: Creadienstag, Dienstagsdinge, HoT

Kommentare:

  1. Oh, wie schön. Da bin ich sehr gespannt. Ich habe Anna auch gerade genäht, aber auf das Besticken habe ich verzichtet. Da bin ich doch zu ungeduldig. Die Stoffe habe ich auch etliche Male hin und her geschoben. Das Ergebnis gefällt mir sehr. Jetzt brauche ich hier im Norden nur eine Gelegenheit zum Tragen😉 Liebe Grüße Danie

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    1. Danke dir, Danie! Das Sticken war im Nachhinein gar nicht so aufwändig und gedulderfordernd, wie anfangs angenommen. Und zumindest für mich hat es sich schon gelohnt. Ich hoffe, der Rest vom Dirndl flutscht auch ähnlich gut...

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  2. Hallo!
    Ich bin auch gespannt auf dein Dirndl. An einem Dirndl habe ich mich noch nicht getraut. Nicht weil es mir nicht gefällt sondern ich stelle mir das schwierig vor ein Dirndl zu nähen. Gerne werde ich deine Fortschritte verfolgen. :-)))
    Liebe Grüße von Sabine

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    1. Danke, Sabine! Ja, ich denke das Dirndl wird anspruchsvoll aber keine unlösbare Aufgabe.

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  3. Wow - bist Du vielseitig in Deinem Werkeln! Ob ich mich an ein Dirndl (allerdings für meine Tochter!) rantraue, das überlege ich schon seit Monaten hin und her. Aber nachdem Du so tolle Einblicke in Deine Dirndlnäherei (und -stickerei - wunderschön!) gepostet hast, kommt mir mein Plan gar nicht mehr so abwegig vor. Ich bin begeistert von Deinen Vorhaben und schon sehr gespannt auf Neuigkeiten.
    Mit liebem Gruß
    Regina

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    1. Danke, Regina! Deine Worte freuen mich sehr. Und ja, bis jetzt kann ich sagen, so ein Dirndl ist durchaus machbar. Morgen wird's ein Update geben.
      Liebe Grüße,
      Catharina

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