Freitag, 22. Januar 2016

Familienfreitag: Lieblingsbücher für Kindergartenkinder

Eigentlich ('eigentlich' ist wohl eigentlich mein Lebensmotto seit ich Kinder habe...) wollte ich euch die nächste Runde unserer Lieblingsbücher schon letzten Freitag vorstellen, aber ich kam einfach nicht mehr dazu. Aber dafür jetzt. :-)

Heute soll es um Bücher für Kindergartenkinder gehen, also so im Alter zwischen drei und sechs. Natürlich sind das immer nur Empfehlungen, es gibt sicher Kinder, die schon eher Freude an den Geschichten haben oder umgekehrt auch im Schulalter noch. Auch gibt es natürlich Bücher, die Dreijährige lieben, die aber für Vorschulkinder überhaupt nicht mehr interessant sind und anders herum. Aber das kann man als Eltern sicher am besten einschätzen. Manchmal muss man auch etwas probieren und ein Buch, das beim einen Mal nicht so gut ankam, einige Zeit später noch mal hervorziehen, so wie es mir mit dem "Sams" erging.

Den Anfang machen heute die Klassiker. Beides sind Bücher, die ich selbst schon als Kind vorgelesen bekommen habe und die ich heute total gerne meinen Kindern vorlese, weil sie einfach zeitlos sind.


Pony Bär und Apfelbaum (und es gibt noch die Bände: Pony Bär und Papagei, Pony Bär und Abendstern und Pony Bär und Schneegestöber) ist eine Mitlesegeschichte. Das heißt es gibt zwischen den Wörtern im Text Bilder, die das Kind benennen soll. Auf diese Weise liest das Kind mit. Die meisten Kinder mögen das sehr  und machen gern mit. Aber die Geschichten eignen sich natürlich auch gut zum einfach-nur-vorlesen.
Es geht um das Pony, das im Wald in seinem Haus bei einem Apfelbaum lebt. Eines Tages werden ihm die reifen Äpfel vom Baum gestohlen und es muss sich auf die Suche danach machen. Dabei lernt es erst den Bär und später den Papagei kennen und erlebt einiges. Am Ende kehren Pony und Bär natürlich zurück auf ihre Wiese im Wald und essen Äpfel bis ihre Bäuche so voll sind, "wie aufgeblasene Luftballons".


Die dumme Augustine ist die wunderbare Geschichte der Clownsfamilie vom dummen August, in der jeder seine Rolle hat: der dumme August tritt als Clown im Zirkus auf, verdient so das Geld, und seine Frau, die dumme Augustine, schmeißt den Haushalt im Zirkuswagen und kümmert sich um die drei Kinder und Hund und Katze. Der dumme August ist mit dieser Aufteilung auch äußerst zufrieden. Doch eines Tages bekommt der dumme August Zahnschmerzen und muss zum Arzt, wodurch er seinen Auftritt verpasst. Dies ist die Gelegenheit für die dumme Augustine zu zeigen, was in ihr steckt... 
Ich mag das Buch sehr, denn es vermittelt auch den Kleinen schon ein bisschen die Gleichberechtigungsidee, verpackt in einer kunterbunten Geschichte mit schönen Bildern.


Das nächste Buch, das ich euch vorstellen möchte, ist zum Mitmachen gedacht: Das Mitmachbuch.
Alles beginnt mit einem gelben Kreis, den man mit dem Finger drücken soll. Dadurch taucht auf der nächsten Seite ein neuer Kreis auf. Und dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Buch. Irgendwann gibt es ganz viele Kreise in verschiedenen Farben, einmal wird es dunkel und dann wieder pustet man die Kreise fast aus dem Buch hinaus. Und am Ende landet man wieder bei dem einen gelben Kreis. Ich habe noch kein Kind (und auch keinen Erwachsenen) getroffen, der von diesem Buch nicht völlig fasziniert war. Wenn wir es lesen müssen natürlich immer alle Kinder mitmachen und wollen auf Kreise drücken, pusten, klatschen usw. Es ist jedesmal ein großer Spaß für alle!
Es gibt noch ein zweites Buch, einen zweiten Band sozusagen, in dem es um Farben geht: das Farbenbuch. 
Darin wird mit den Farben gespielt, sie werden gemischt, heller und dunkler gefärbt. Nicht ganz so spaßig, wie das Mitmachbuch, aber dafür auf spielerische Art lehrreich.

Das folgende Buch haben der M und der L mal von ihrer Tante geschenkt bekommen und wir mussten es in den darauffolgenden Wochen fast täglich lesen.
Wie der Titel schon sagt, geht es um die große kleine Welt eines Kindes. Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Hügel, auf dem das Haus steht, in dem das Zimmer des Kindes ist, in dem es Abenteuerliches zu entdecken gibt. Jede Seite zeigt nur ein Bild mit einem dazugehörigen kurzen Satz und führt direkt zur nächsten Seite. 
Für die Kinder, denen man es vorliest, ist es richtig spannend, weil sie natürlich immer wissen wollen, wie es wohl auf der nächsten Seite weitergeht. Gleichzeitig ist es auch richtig lustig. Ich mag gar nicht zu viel verraten. Von mir absolute Kaufempfehlung!

Das mit dem Bestimmen ist wohl in jeder Familie mal Thema. "Jetzt bestimme ich" zeigt auf eine schöne kindgerechte Weise, was passiert, wenn in einer Familie jeder bestimmt oder keiner so wirklich. 
Die Familie Wiefel ist eine ganz normale Familie, die sich mal streitet und dann auch wieder verträgt. Aber in letzter Zeit streiten sie immer öfter und vor allem geht es um das Bestimmen dürfen. Bald merken sie aber, dass es in einer Familie keinem hilft, wenn jeder Einzelne für sich bestimmt, da dann nur jeder allein das macht, was er möchte und das nicht immer schön ist. Also probieren sie verschiedene Bestimmer-Modelle aus, die alle nicht sehr gut funktionieren. Am Ende landen sie bei der Demokratie und nach einem kleinen Wahlkampf wird eine Regierung gewählt. Mit dieser sind dann alle einverstanden.
Juli Zeh hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, bei dem das Vorlesen Spaß macht und der die Kinder toll anspricht. Die Bilder von Dunja Schnabel greifen den Text treffend auf. Das Buch gefällt bei uns hier allen Altersstufen.

Und zum Schluss noch mein absoluter Geheimtipp:
Gute Nacht, ihr Lieben! erzählt die Geschichte, wie Papa seine Kinder ins Bett bringt. (Wer Kinder hat weiß, dass man darüber tatsächlich ein ganzes Buch schreiben kann...) Doch leider ist der Papa etwas vergesslich und die Kinder müssen ihn eins über das andere Mal an wichtige Sachen erinnern, die sie zum Schlafen noch brauchen. Auf der ersten Seite sind es die Schlafanzüge, dann die Puppe und das Schmusetuch, das Wasser, das Nachtlicht, etc. Auf dem ersten Bild sieht man nur die beiden Kinder und von Seite zu Seite, füllt sich das Bild mit all den Dingen, die Papa ihnen bringt. 
Das wirklich Witzige ist einerseits die Wiederholung des "Gute Nacht, ihr Lieben!" des Papas auf jeder Seite und des "Aber Papa, du hast ... vergessen!" der Kinder; andererseits aber auch die Absurdität, da die vergessenen Sachen immer größer werden. 
Meine Kinder fanden bereits die ersten Seiten lustig, aber an der Stelle "Aber Papa, du hast das Bett vergessen!" haben sie sich gekringelt vor Lachen. Und auch das Vorlesen macht dabei großen Spaß. Das Ende hat dann noch mal einen besonderen Clou, den ich jetzt gar nicht verraten will.
Dieses Buch ist ein Muss! Bitte kaufen. :-)

Macht's gut,
Catharina

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